Shiatsu in Berlin - Köpenick

Shiatsu ist Körperarbeit

Die Unterscheidung zwischen Energiearbeit und Körperarbeit soll dazu dienen, zwei Aspekte meiner Arbeit deutlich zu machen In der Realität sind diese freilich nicht voneinander zu trennen, denn jede Berührung des Körpers nimmt Einfluss auf dessen Energiegefüge und ein Körper ohne Energie wäre ohne Leben.

Einen Körper zu haben bedeutet materiell zu sein. Es dürfte zu den frühesten Erfahrungen und tiefen Erinnerungen eines jeden Menschen gehören, wie der eigene Körper seine Gewebestrukturen in der Geborgenheit des mütterlichen Bauches entwickeln konnte. Es war dort einfach alles aufs vortrefflichste eingerichtet. Es gab weder Entbehrungen noch Leistungsdruck, es gab ein bedingungsloses gehalten werden und man selbst konnte sich frei entwickeln. Genau diese Erinnerung versuche ich zu wecken. In dem Ruhe herrscht im Raum und Telefone abgeschaltet sind. In dem es warm ist. In dem Sie liegen können und sich bewegen können wie Sie es möchten. In dem ich Ihnen Berührung gebe. Einfach Berührung, einfach Halt geben, von allen Seiten und für den Moment. Ohne spezielle Absicht. Vielleicht meldet sich irgend etwas aus längst vergangener Zeit. Etwas, das die Lust sich zu entwickeln weckt...

Körperarbeit zu erfahren bedeutet aus meiner Sicht den eigenen Körper zu erspüren. Bedeutet den Zusammenhang von Körpergefühl und seelischem Gefühl zu erahnen, erträumen, erinnern....

Körperarbeit zu leisten bedeutet für mich die Weisheit des Körpers anzurufen und für deren Entscheidung den Weg zu ebnen. Ich begleite auf dem Weg, aber bestimme nicht die Richtung. Ich bestimme nicht das Tempo. Ich halluziniere keine Normerfüllung.
Ich biete meine Hilfe an.
Im Hinblick auf das Zitat von De Coster und A.Pollaris aus "Viszerale Osteopathie" mag das etwas erläutert sein:

"Jede Beweglichkeitsänderung im Bewegungsapparat im Sinne einer Hypo - oder Hypermobilität führt zu einer Funktionsstörung, die wiederum ein Krankheitsbild auslösen kann."

Also dürfen wir annehmen, dass Beweglichkeit, Bewegungsfähigkeit eine essentielle Zutat des Lebens ist. Wie viel davon aber genommen wird, bleibt die freie Entscheidung eines jeden selbst, und dessen Lebensumständen geschuldet. Hilfe anbieten kann man in verschiedenen Bereichen:


Bewegungsapparat

Von den großen beweglichen Strukturen wie beispielsweise Schultern, Hüften oder Wirbelsäule bis zu den kleinsten Gelenken an Händen und Füßen, den Bewegungsradius der Gelenke fühlen lassen. Grenzen spürbar werden lassen.

Das Gelenk mobilisieren. Also bewegen, während das Gelenk von der liegenden Person locker gelassen wird, passiv bleibt, sich führen lässt. Dem Körper Zeit geben sich der Bewegung bewusst zu werden. Wo es leicht geht, wo es schwer geht, wo es festhakt, wo es knirscht und wo es richtig Spaß macht...

Das Gelenk lockern. Also schütteln, durchrütteln. Rhythmisch / Arhythmisch. Die körpereigene Schwingungsfrequenz finden und den Körper schwingen lassen. In Fluss kommen lassen. Angewohnte Bewegungsmuster durcheinander bringen, festsitzendes Muskelgewebe aufrütteln. Neuorganisation initiieren. Und ganz ohne Frage gleichzeitig die Durchblutung fördern und den Lymphfluss sowie den Abbau von Schlacken anregen.

Das Gelenk entspannen. Eine Zugkraft an einem Arm, einem Bein wirken lassen. Fein dosiert, der Anspannung in dem Gelenk eine Kraft entgegen setzen, die nicht stärker ist als diese selbst. Zeit lassen. Abwarten, ob das Gelenk sich in den Zug hinein öffnen möchte. Platz schaffen im Innenraum des Gelenkes.

Die Muskulatur dehnen. Über Hebelwirkungen an den Beinen, den Armen, den Fingern, den Zehen, oder durch auseinanderziehen des Muskelgewebes in Längs - oder Querrichtung die Muskelfasern dehnen. Hierbei wird stetig an der Grenze der Leichtgängigkeit geblieben, ohne den Körper durch starke Krafteinwirkung in eine Abwehrhaltung zu bringen. Die Fasern erhalten oder steigern ihre Elastizität und nach der Dehnung, während der Zeit des Nachspürens strömen mit der erhöhten Durchblutung Sauerstoff und Nährstoffe in das Gewebe.


Kranio-Sacrale Bewegung

Es geschah in der Zeit des beginnenden 20. Jahrhunderts, dass ein feinfühliger Mann namens William Sutherland in seiner Funktion als OP-Assistent an der Aufgabe scheiterte, das Duralgefäß eines Patienten zu fixieren. Es war, als entzöge sich das Gewebe in einer rhythmisch pulsierenden Bewegung immer wieder seinem Zugriff.

Sutherland ging dieser Sache nach und entwickelte die Vorstellung, es gäbe eine Bewegung im Körper, die schon weit vor dem Puls des Blutkreislaufes im embryonalen Körper beginnt und erst weit nach dem Eintritt des klinischen Todes zum erliegen kommt. Ein Pulsieren als wäre es das Leben selbst.
(Ach, da fällt mir ein, sollten etwa, könnten vielleicht Naturvölker, die ihre Toten für mehrere Tage nach deren Ableben unter freiem Himmel aufbahren so eine Ahnung von irgendetwas gehabt haben ??)

Heute ist dieser Rhythmus wissenschaftlich belegt und vermessen, lediglich über das Zustandekommen gehen die Meinungen noch auseinander. Wer mehr wissen möchte sei an dieser Stelle beispielsweise an die Bücher von Hugh Milne verwiesen.

Der Kranio-Sacrale Rhythmus ist ein subtiler Vermittler zwischen den flüssigen und den festen Anteilen des Körpers. Als wären die Knochen nicht das stabile Gerüst, das den Körper trägt, sondern als wären sie eingebettet in das zu 75 % aus Flüssigkeit bestehende System Körper, und würden gleich dem Treibholz am Ufer eines stillen Gewässers ganz leicht hin und her bewegt. Kranio - Sacral (Schädel - Kreuzbein) wird dieser Rhythmus genannt, weil die Flüssigkeit in Schädel, Kreuzbein und dem dazwischen liegendem Wirbelkanal (Duralgefäß) als sein Zentrum gilt. Ein stetes Ebben und Fluten dieses "Liquor" umspült das Hirn. Über die Hirnhäute wird die Bewegung an das Bindegewebe weitergeleitet. Da das Bindegewebe jeden Muskel und jedes Organ, schlichtweg jede Struktur im Körper umhüllt und versorgt, kann der Puls in jeder Körperregion wahrgenommen werden. Und umgekehrt wirken Verklebungen im Bindegewebe an einem Organ, einem Muskel oder Gelenk sich direkt auf das Bewegungsmuster des Rhythmus im Liquor aus.

Im Hinblick auf die Bedeutung des Kranio-Sacralen Rhythmus sei beispielsweise an die diversen kleinen und kleinsten Gelenk- und Muskelbewegungen im Schädel- und Gesichtsbereich hingewiesen. Ein filigranes Zusammenspiel gewährleistet unsere Mimik, unsere Sprechmechanik, unsere Sinneswahrnehmungen, unsere Nahrungsaufnahme. Analog der Feinheit der Bewegungen im Kranio-Sacralen Rhythmus ist auch der Aktionsradius, dessen sich Kranio-Sacrale Behandlungstechniken bedienen, sehr gering. Von außen betrachtet mag es scheinen, als geschähe gar nichts. Von der liegenden Person aber werden die Amplituden der Bewegungen oftmals als groß und gewaltig wahrgenommen. Der vielschichtige Ursprung der Welle macht die Kranio-Sacrale Bewegung eines einzelnen Menschen zu etwas so Einzigartigem, wie es seine Fingerabdrücke sind. Durch die Aufmerksamkeit des Behandlers auf die Eigenheit des Rhythmus der jeweiligen Person wird dem Körper ein Raum geöffnet, sich durch feine Wellenbewegungen selbst zu regulieren. Dieser Raum ist still und tief und so wird von vielen Personen die Kranio-Sacrale Behandlung als ein Erlebnis zwischen Schlaf und Wach beschrieben, als die Erfahrung eines ungekannten Raumes, der auf tiefgründige Weise ihr eigener ist und den zu erleben ihnen, zuvor unreflektiert, ein grundlegendes Bedürfnis war.


Viszerale Bewegung

Eine Laus über die Leber gelaufen ... Den Magen umgedreht.... Das Herz in die Hosentasche gerutscht...

Unsere Umgangssprache kennt durchaus die Wechselwirkung von emotionalen Befindlichkeiten und organischen Reaktionen. Im Zuge dieser Wechselwirkungen können Veränderungen in der Beweglichkeit aller inneren Organe auftreten. Weiterhin kann die viszerale Beweglichkeit von akuten Infektionen, von alten Traumen oder von Narben beeinflusst werden.

Mit viszeraler Beweglichkeit ist die Mobilität und Eigenbewegung der inneren Bauchorgane gemeint. Die Organe bewegen sich bei jeder Bewegung und Lageänderung des Körpers. (also, so gesehen hat nahezu jeder Mensch großartige Möglichkeiten sich selbst zu behandeln: einfach mal sich umherkugeln, einen Kopfstand machen, Purzelbaum schlagen....)

Die Organe bewegen sich außerdem, weil die Bewegungen des Zwerchfells über die Faszien (bindegewebige Sehnen und Hüllen) in den Bauchraum übertragen werden. Das Zwerchfell hebt und senkt sich ca. 25 000 mal am Tag. Bei den Nieren beispielsweise führt das dazu, dass sie 600 bis 700 Meter am Tag zurücklegen.

Die Tatsache allein, dass die Organe sich gegenseitig mitnehmen in ihrer Bewegung, dass sie aneinander gleiten und sich gegenseitig stützen macht plausibel, dass jede Verspannung, jede Fixation an einer Stelle des viszeralen Gewebes sich auf andere Strukturen auswirken kann oder sogar muß. Faszien sind überall im Körper anzutreffen, wo etwas eingebunden, gehalten und miteinander verbunden ist. Sie sind der Teil des Bindegewebes, der Muskeln, Knochen und Bauchorgane umhüllt.

Viszerale Massagetechniken gehen möglichst direkt an dieses Bindegewebe heran. Bauchorgane wie beispielsweise Leber, Magen oder Dickdarm werden direkt bewegt, werden gehalten und bekommen die Möglichkeit sich zu entspannen.



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